Auswandererstöckchen/ Liebster Award special Edition

Als Ausgewanderte finde ich Blogs von anderen Expats logischerweise besonders interessant, zum Beispiel von Andalusienmutti. Karen von Suomalainen Päiväkirja folge ich auch, sie lebt in Finnland. (Ich liebe Skandinavien!) Sie wurde für den Liebster Award nominiert und hat ihn quasi zur Special Edition für ausgewanderte Blogger umfunktioniert. Da mache ich gerne mit!

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Die 11 Fragen und (meine Antworten) lauten:

1. Warum bist du in dem Land, in dem du gerade bist?

Ganz einfach: der Liebe wegen. Ich habe in meinem Auslandssemester in Irland den großen Kaaskop kennengelernt, der dort Urlaub machte, wir verliebten uns und nach Abschluss meines Studiums zwei Jahre später  bin ich zu ihm in die Niederlande gezogen.

2. Kannst du dir vorstellen wieder in dein Heimatland zurückzukehren?

An sich schon, aber das würde mir sehr schwerfallen. Mir ist in den letzten zehn Jahren vieles fremd geworden am Leben in Deutschland, fürchte ich.

3. Welches Ziel verfolgst du mit deinem Blog?

Freunde und Familie über mein Leben auf dem Laufenden halten, Holland-Fans einen Eindruck vom Leben in Holland vermitteln, Erinnerungen für später speichern. Mein Blog ist ein Hobby, ich schreibe zwar Beiträge vor, plane aber selten Veröffentlichungszeitpunkte. Das echte Leben geht vor. Über mehr Leser und Kommentare freue ich mich aber immer, ein bisschen Anerkennung ist also wohl auch mein Ziel.

4. Welche Dinge über dein neues Land verstehen Deutsche irgendwie immer falsch?

Äh..Dass hier alle kiffen toll finden? Ich kenne wirklich niemanden, der das macht oder früher regelmäßig gemacht hat. Und einen Wohnwagen hat auch nicht jeder. Die bekannten Kischees sind einfach nur das: Klischees. Was deutsche Touristen aber regelmäßig überrascht: in der Gastronomie wird die Getränkebestellung meistens schon aufgenommen, bevor man die Karte gesehen hat. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, aber anfangs fand ich das immer total blöd, weil einem dann auch mal Nicht-Standardgetränke durch die Lappen gehen.

5. Was sind drei Orte in deinem Land, an die du Touristen mitnehmen würdest?

Orte oder Städte? Bei Städten ist auf jeden Fall Amsterdam dabei, muss man erlebt haben! Einfach in ein Café setzen und die Leute beobachten.  Leider ist es dort auch ziemlich überlaufen. Alkmaar (und der Käsemarkt dort) ist schön und die Insel Texel natürlich. Der keukenhof in Lisse und die Zaanse schans sind für Touristen aber auch sehenswert, die stehen nicht umsonst in den Top Ten. Und die Veluwe ist sehr schön, vor allem wenn die heide blüht – hachz!

6. Auf was in deinem neuen Land könntest du gar nicht mehr verzichten?

Mein Hollandrad, haha! Nee, im Ernst, ohne das Ding wäre das Leben hier ein Stück schwieriger. Außerdem finde ich als Working Mom die vielen vorgeschnittenen Gemüsemischungen in der Frischetheke sehr praktisch. Und krieltjes, kleine runde Minikartoffeln. Obwohl mir klar ist, dass das abfalltechnisch nicht so charmant ist. Die Umgangsformen in niederländischen Unternehmen hat es mir auch sehr angetan.

7. Was kochst du zuhause?

Ziemlich international, würde ich sagen. Die holländische Küche ist ja nun nicht sehr berühmt und unterscheidet sich eh nicht großartig von der klassischen deutschen Kost. Beide Völker sind Kartoffelesser. Es gibt bei uns zuhause aber selten einfach ein Stück Fleisch mit Kartoffeln, Gemüse und Soße. Lieber koche ich Nudelgerichte, (asiatische) Reisgerichte und im Winter gerne mal stamppot. Aber nicht die klassische Grünkohl-Kartoffel-Stampfe mit Wurst, sondern eine modernere Variante. Sehr lekker! Ich lasse mich gerne von der gratis Supermarktzeitschrift Allerhande (von der größten Supermarktkette AlbertHeijn) inspirieren.

8. Was war für dich der schwierigste Teil der Auswanderung?

Der bürokratische Teil war recht überschaubar, da es sich ja um ein EU-Land handelt und ich zum Zeitpunkt meiner Auswanderung (noch) keine Arbeitsstelle hatte und einfach bei meinem niederländischen Partner eingezogen bin. Der große Kaaskop musste nachweisen, dass er für meinen Lebensunterhalt aufkommen kann und ich musste eine Aufenthaltsgenehmigung holen. Die ersten Wochen, als ich noch keinen Job hatte und alleine zuhause rumhing, waren am schwersten. Da war der tägliche Gang zum Supermarkt oft das Highlight meines Tages.

9. Was würdest du Leuten, die in dein Land auswandern wollen, sagen?

Seid euch darüber im Klaren, dass bezahlbare Mietwohnungen rar sind. Nicht nur, weil die Grundpreise hoch sind, sondern auch weil die Holländer lieber Häuser kaufen und es bei (sozialen) Mietwohnungen oft ellenlange Wartelisten gibt. Außerdem solltet ihr euch natürlich bemühen, die Sprache zu lernen. Kleiner Aussprachetipp, um weniger „deutsch“ zu klingen: bei Wörtern, die auf „en“ enden, verschlucken die Holländer nicht wie wir Deutschen das „e“ sondern das „n“. Kopen spricht man also eher aus wie „kohpe“, nicht wie „kohpn“.

10. Ohne welches Essen könntest du gar nicht mehr leben?

Also, was typisch Holländisches fällt mir da jetzt aber nicht ein. Ich vermisse eher immer noch deutsches Brot und deutsche Backwaren. Aber ich bin mittlerweile großer Fan von satésaus (Erdnusssoße) geworden bin (auch zu Pommes).

11. Was ist das Beste daran zu wohnen, wo du wohnst?

Die offene und ungezwungene Mentalität der Holländer. In Deutschland (vor allem auf den Dörfern) fällt mir immer wieder eine gewisse Grundspießigkeit auf… Verbotsschilder und Öffnungszeiten auf Spielplätzen, die unsinnige Mittagsruhe von 12-15 Uhr, das Siezen seiner direkten Kollegen, die ärztlichen Atteste für jeden Krankheitstag… Dass man hier so einfach mit dem Fahrrad überall hinfahren kann, weil das Land fast ausnahmslos flach ist, mag ich auch sehr, das ist einfach praktisch. Hier in der Randstad hat man ja auch alles in der Nähe. Sogar das Meer liegt in tagesausflugtauglicher Entfernung.

Zo, dat was het (so, das war’s). Ich nominiere Andalusienmutti, BerLondonMama, und alle, die mitmachen möchten (so viele Expats kenne ich ja gar nicht…).

 

 

 

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3 Gedanken zu “Auswandererstöckchen/ Liebster Award special Edition

  1. Hallo Jonna mein Name ist Yve
    Ich bin durch Zufall auf deinen Blog gestoßen und über alle Maßen erfreut. Ich hab Ruudi aus Rotterdam über Internet kennen gelernt …Ich würden mich sehr freuen wenn du mir den ein oder anderen Tipp geben würdest

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