Was die niederländische Mutter von der deutschen unterscheidet

Im Juli hatte ich mal verbloggt, was das niederländische Kind vom deutschen unterscheidet. Weil einer meiner Follower auf Instagram sich einen Vergleich zwischen der niederländischen und der deutschen wünschte, gibt es heute quasi eine kleine Fortsetzung:

  • Die niederländische Mutter greift nicht zu homöopathischen Mittelchen, wenn der Nachwuchs kränkelt. Paracetamol ist hier in Holland das Allerheilmittelchen. und ansonsten gilt die Devise „Zähne zusammenbeißen und durch, der Schmerz hört bald wieder auf“. Hatte ich schon mal erwähnt, dass hierzulande ein Dammschnitt/-riss manchmal noch unbetäubt genäht wird und bei IVF die Follikelpunktion nicht unter Narkose gemacht wird wie in Deutschland? Just saying!
  • Die niederländische berufstätige Mutter muss in der Regel abends nach der Arbeit und dem Kinderabholen noch schnell kochen, deshalb freut sie sich über das vielseitige Angebot von vorgeschnittenem oder vorgegartem Gemüse im Supermarkt. Die Umwelt? Naja, aber es ist sooo praktisch!
  • Die niederländische Mutter findet, dass sie eine bessere Mutter ist, weil sie berufstätig ist, und eine bessere Mitarbeiterin, weil sie Mutter ist. Sie wird nicht schief angeschaut, weil sie ihr Kind schon im Alter weniger Monate 2-4 Tage die Woche in die Kita oder zur Oma gibt. Nicht zu lange damit warten (also spätestens so mit 10 Monaten), wird einem hier von anderen Müttern geraten, sonst fällt dem Kind die Eingewöhnung so schwer.
  • Die niederländische Mutter hat kein Problem damit, ihrem Kind am Sonntagmorgen um 6 das Tablet zu geben, damit sie noch ein bisschen weiterschlafen kann. If mom ain’t happy, ain’t nobody happy!
  • Die niederländische Mutter ist keine Raben- sondern eine Läusemutter. Manche jedenfalls, denn „luizenmoeder“ ist eins der Ehrenämter an niederländischen Grundschulen: in der Läusehochsaison kommen die Läusemütter ein- oder zweimal in die Schule, um allen Kindern die Haare mit einem Läusekamm auf die kleinen Biester zu kontrollieren.
  • Die niederländische Mutter hat keinen Kärcher; sie hat einen Fensterputzer, der regelmäßig die Fenster von außen putzt. Denn holländische Häuser haben viele und gerne auch große Fenster…
  • Die niederländische Mutter findet Ferbern nicht grausam, wieso denn auch? Mit der „kiekeboe-methode“ (Guck-guck-Methode) lernt das Baby doch gerade, dass Mama immer zurückkommt und es keine Angst zu haben braucht! Und das consultatiebureau empfiehlt das doch auch…
  • Die niederländische Mutter braucht keinen Adventskalender zu basteln. Kaufen auch nicht. Advent? Das ist nur was für Strenggläubige. So Leute, die am Sonntag nicht bügeln, weil dann ja Ruhetag ist und nichts gearbeitet werden darf. Gibt es hier, hauptsächlich im bijbelbelt (Biebelgürtel).
  • Die niederländische Mutter hat starke Waden, schließlich radelt sie bei Wind und Wetter mit durchschnittlich zwei Kindern im Fahrradsitz oder dem Lastenrad zu Kita, Schule und Arbeit. Deshalb trägt die niederländische Mutter genauso regelmäßig eine Matsch- oder besser gesagt Regenhose wie das typisch deutsche Kind.
  • Das bevorzugte Schuhwerk der niederländischen Mutter ist der Stiefel/die Stiefelette. Kann man fast das ganze Jahr über tragen (außer im Sommer), sieht modisch aus (sehr wichtig!!) und der Absatz ist nicht zu hoch oder schmal zum Hinter-dem-Kind-herrennen. Win-win.

Was die beiden Spezien gemein haben: sie achten auf gesunde Ernährung und wollen nur das Beste für ihre Kinder, die bei ihnen immer an erster Stelle kommen.

 

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3 Gedanken zu “Was die niederländische Mutter von der deutschen unterscheidet

  1. Yay, ich war das – und kann das so gar nicht beurteilen mit meinen mehr oder weniger erwachsenen Kindern.
    Mein Eindruck war immer, dass die Holländer entspannter, pragmatischer und direkter mit ihren Kindern umgehen und das finde ich in deinem Vergleich auch bestätigt – aber so sind se halt die Holländer… insgesamt und nicht nur mit ihrem Nachwuchs.
    GlG
    Marie(10brivara)

  2. Niederländische Mütter basteln zwar keinen Adventskalender, dafür gibts für die niederländischen Kinder aber ein „schoenkado“, wenn der Sinterklaas im Land ist. Also quasi etwas ähnliches in Grün -zwischen der Intocht und sinterklaas.

    Die frühere Berufstätigkeit der niederländischen Mütter liegt sicher auch darin, dass es eben nicht wie in Deutschland ein Jahr lang Elterngeld gibt. Da überlebt Frau vielleicht eher, wie lange sie zu Hause bleibt.
    Außerdem gibt es hier (in NL) ja auch schon wesentlich länger Kinderdagverblijve, die auch Erfahrung mit Babies haben. Man sollte vielleicht auch noch dazu sagen, dass man für die Betreuung durchaus auch einiges bezahlt( auch wenn man natürlich einkommensabhängige Zuschüsse bekommt…)!

    Bibel wird übrigens ohne ie geschrieben.

    Ich leb auch mit niederländischem Mann und zwei Kindern in den Niederlanden, find deinen Blog aber ziemlich interessant.

    • Hallo Eske!
      Das mit den schoenkado’s stimmt natürlich, aber die muss man wenigstens nur besorgen und einpacken. Die surprises fallen ja schon eher unter „Basteln“, aber dafür ist mein Sohn noch nicht alt genug 🙂
      Über das nicht vorhandene Elterngeld und die kinderdagverblijven hab ich auch schon mal gebloggt, aber der Zusammenhang ist auf jeden Fall da, da hast du recht. Wie alt sind denn deine Kinder?
      Ah ups, Rechtschreibfehler sind mir peinlich…aber mal wieder ein Beweis dafür, dass ich nichts mit der Kirche am Hut hab 😉
      Groetjes!

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