#Kind&Verkehr – Denn Autos fahr’n wie der Blitz (und Fahrradfahrer auch)

Huch, morgen läuft ja schon die Blogparade von Verflixter Alltag ab! Da muss ich noch schnell mitmachen, denn Verkehrserziehung ist mir wichtig, schließlich ist hier im dichtbesiedelten Holland immer viel Verkehr – auf dem Bürgersteig, dem Fahrradweg und der Straße!

Kind und Verkehr Blogparade

Im Kinderwagen und zu Fuß

Weil wir, als der kleine Kaaskop laufen lernte, mitten in der Stadt wohnten, habe ich von Anfang an darauf geachtet, dass er die Verkehrsregeln kennenlernt. Schon als ich ihn noch im Buggy zum Park/Spielplatz kutschierte, habe ich immer auf rote und grüne Ampeln, nahende Autos und Fahrräder usw. hingewiesen. Wenn der kleine Kaaskop es nur oft genug hört, merkt er es sich hoffentlich irgendwann und handelt danach, so die Idee. Ansonsten habe ich damals hin und wieder „Jakob passt auf im Straßenverkehr“ mit ihm gelesen. Und ich habe  ihn immer auf der sicheren Seite gehen lassen (also nicht direkt neben dem viel befahrenen Fahrradweg – da ging ich) und wirklich NIE mal Fünfe gerade sein lassen und bei Rot die kleine Seitenstraße überquert, nur weil da wirklich nie ein Auto rauskam. Auch mit dem Fahrrad bin ich nie bei Rot rüber, wenn mein Kind dabei war – im Gegensatz zu manch anderen Eltern.

Laufrad und Fahrrad

Als der kleine Kaaskop dann mit seinem Laufrad unterwegs war, habe ich ihn bei jeder Gelegenheit daran erinnert, dass er an der Ecke warten soll, dass er nicht ohne zu gucken bzw. nicht ohne mich über die Straße fahren darf und dass er auf Fußgänger aufpassen soll. Puh, da hatte ich immer Angst, dass er einfach so rübersaust und angefahren wird! Hat er wohlgemerkt ein Mal gemacht, zum Glück kam weit und breit nichts.

Hier in Holland bedeutet Verkehr ja unweigerlich Fahrrad fahren. Holländer werden quasi mit ’nem Fahrradsattel unterm A… geboren. (Findet übrigens auch Alex vom Blog buurtaal, die gerne glaubt, dass eine bestimmte Region im Gehirn von Niederländern im Straßenverkehr aktiver ist als bei den Einwohnern anderer Länder.) Entsprechend früh lernen kleine Holländer Fahrrad fahren. Der kleine Kaaskop war gerade vier, als er den Stützrädern adieu sagte. Zu meinem Leidwesen will er seitdem ständig auf seinem eigenen Fahrrad zur Vorschule fahren. Anfangs habe ich ihn auf dem Bürgersteig fahren lassen und bin dann ebenfalls auf dem Bürgersteig hinter ihm her, mit „Langsam fahren!“ in der Wiederholungsschleife. Ganz wohl war mir dabei zwar nicht, aber es waren selten Fußgänger unterwegs, der Gehweg ist hier sehr breit und selber auf der Straße fahren war wegen des breiten Grünstreifens zwischen Straße und Fußweg kommunikationstechnisch nicht praktisch. Wenn mal ein Fußgänger unterwegs war, sind der kleine Kaaskop und ich immer ordentlich abgestiegen, denn die haben auf dem Bürgersteig schließlich Vorrang.

Irgendwann wollte der kleine Kaaskop dann unbedingt auch auf der Straße bzw. dem dort markierten schmalen Radweg fahren. Und meistens habe ich ihm das erlaubt, denn erstens ist die Schule nicht weit weg, zweitens gilt dort Tempo 30, drittens ist dort nicht soo viel Verkehr und viertens muss er das ja auch  lernen. Ich fahre dann entweder auf der „Autoseite“ neben ihm oder hinter ihm und rufe gefühlte drölfzigmal „Nicht über die Linie fahren! Nicht so schnell!“ Bei den beiden Seitenstraßen von rechts lasse ich den kleinen Kaaskop IMMER anhalten/langsam fahren und warte, bis ER geguckt hat, ob da ein Auto kommt. Die erste Straße von rechts ist eigentlich eine mittelgroße Kreuzung, die recht gut einsehbar ist, aber da kommen auch oft Autos raus, die es eilig haben. Die zweite Seitenstraße ist klein, wegen der an der Ecke geparkten Autos aber schlecht einsehbar. Einerseits kann ich verstehen, warum die Nachbarn ihren neunjährigen Sohn noch nicht alleine zur Schule radeln lassen wollen. Andererseits erscheint er mir vom Typ her besonnen genug, das zu können. Naja.

Schreckmoment und Ärgernisse

Den kleinen Kaaskop lasse ich jedenfalls noch lange nicht alleine radeln. Im Sommer waren wir nämlich zu dritt zum Supermarkt geradelt und da hat er, weil er gerade etwas erzählte, weder gemerkt, dass in dem unübersichtlichen Durchgang zum Parkplatz aus der anderen Richtung ein Auto kam, noch unsere Warnrufe gehört. Zum Glück sind die Autofahrer hier in Holland so einiges gewohnt von anderen Verkehrsteilnehmern. Apropos andere Verkehrsteilnehmer: Ich ärgere mich regelmäßig über die Leute, die die Ecke der kleinen Seitenstraße zuparken, und noch mehr über die Leute, die uns vorlassen, obwohl sie Vorrang haben. Grrr! So lernt mein Kind es doch nie, denk ich dann. Aber das geht wohl vielen Müttern so, vermute ich!

Tipps für das Radfahren mit Kindern

Auf der Website MoodKids.nl habe ich zufällig neulich einen alten Artikel mit guten Tipps fürs Radfahren mit Kindern gelesen. Die möchte ich euch nicht vorenthalten:

  • Wenn ihr in der Stadt wohnt, könnt ihr eurem Kind das Radfahren auch im Urlaub an einem Ort mit wenig Verkehr beibringen.
  • Gebt eurem Kind ein verkehrssicheres Fahrrad, am besten mit Wimpel, damit sie auch hinter Autos gut zu sehen sind.
  • Üben, üben, üben. Fangt möglichst früh damit an, eurem Kind die Verkehrsregeln aktiv beizubringen. Lasst es Verkehrssituationen selbst beurteilen und Entscheidungen treffen (oder vorschlagen). Fahrt zum Beispiel zusammen mit dem Fahrrad und weist euer Kind darauf hin, worauf es achten muss. Fragt: „Wie können wir hier am besten die Straße überqueren?“oder „Wenn du dieses Schild dort siehst, was machst du dann?“
  • Denkt daran, dass Kinder niedriger auf ihrem Fahrrad sitzen als ihr selber und deshalb einen anderen Blickwinkel bzw. eine eingeschränkte Sicht haben.
  • Bringt eurem Kind bei, dass es auch auf andere Verkehrsteilnehmer achtet. Dass man selber die Verkehrsregeln beachtet, bedeutet nicht, dass andere das auch tun. Bringt eurem Kind zum Beispiel bei, dass es auch bei Grün gucken muss, ob kein Auto kommt.
  • Lasst euer Kind vor euch oder an der Gehwegseite fahren und lasst es an Ecken/Kreuzungen/Seitenstraßen halten.
  • Bringt eurem Kind bei, dass es bei roten Ampeln immer hinter dem LKW anhalten soll, niemals daneben.
  • Ab ca. 10-12 Jahre kann man sein Kind alleine zur Schule fahren lassen, je nachdem, wie leicht abgelenkt das Kind ist.

Und zum Schluss noch eine Anekdote: Ich weiß nicht, woher der kleine Kaaskop das hatte, aber einmal, als er über die Straße vor unserem Haus gehen wollte und ein Auto kam, trat er einfach einen Schritt auf die Straße, hob den Arm wie ein Verkehrspolizist und guckte den Autofahrer streng an. Und verflixt, der hielt erschrocken an! Peinlich… Da hab ich schon ein bisschen mit dem kleinen Kaaskop geschimpft. Macht man doch nicht!

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Ein Gedanke zu “#Kind&Verkehr – Denn Autos fahr’n wie der Blitz (und Fahrradfahrer auch)

  1. Meine Liebe, wie schön, dass Du mitgemacht hast. Und vielen Dank für die Fahrradfahr-Tipps. Manches davon war mir gar nicht so bewusst!
    Liebe Grüße, Wiebke

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