Frustessen? Essensfrust!

Kennt ihr das? Ihr habt euch nach der Arbeit bemüht, für den Nachwuchs etwas Gesundes zu kochen, mit Gemüse, von dem ihr zu wissen glaubt, dass der/die Kleine es mag….und dann isst das Kind nichts!

Nun ist es zum Glück so, dass mein Mini-Kaaskop nicht zu dünn ist. Ich kenn da Eltern mit kleinen Essensverweigerern, die froh sind, wenn die beiden Kleinen zumindest einen doppelten Nachtisch essen – ganz nach dem Motto: jede Kalorie zählt! Aber ich finde es trotzdem sehr frustrierend, wenn B. das Essen nicht anrührt. Ist er einfach schon zu müde? Spielt er ein Machtspiel mit uns? Ist was mit seinen Zähnen nicht in Ordnung? (Das Zähneputzen ist schließlich auch so ein issue bei uns.)

Wie ich ja vor ein paar Tagen schon erzählt hatte, scheint es keinen Unterschied zu machen, ob wir mittags oder abends warm essen. Obwohl man ja nach einem Versuch nicht wirklich zuverlässige Schlüsse ziehen kann. Ich vermute, dass es eine Kombination aus Machtspiel und kein-Hunger ist. Jedenfalls ruft B. zurzeit sowieso bei allem und jedem fest entschlossen und kopfschüttelnd: „Wil niet!“ Und da er nicht nachts nach Essen brüllt, hat er vielleicht außerdem einfach nicht genug Hunger, pardon: Appetit – ein oft gehörter Ausruf von niederländischen Eltern ist: „Hunger haben nur die Kinder in Afrika!“

Wahrscheinlich sind wir selber nicht ganz unschuldig daran. Wir stopfen ihn zwar tagsüber nicht mit Butterkeksen Reiswaffeln und Co. voll, aber es kann schon sein, dass B. insgesamt einfach so viel tagsüber futtert, dass sein Bäuchlein abends nichts mehr will. In der Kita isst er oft 3 (!)  Scheiben Brot zum Mittag und kriegen die Kinder so gegen halb fünf/fünf noch 1-2 Reiswaffeln oder soepstengels (Grissini), und weil B. wie sein Papa sehr maulig wird, wenn er Hunger hat, kriegt er zuhause auch meistens beim Essenmachen ein Stück Gurke oder Paprika zum Knabbern. Dann hat er zumindest schonmal ein paar Vitamine intus! Obst isst er übrigens immer gerne, mein kleines Obstmonster! Am liebsten würde ich es mir daher leicht machen und ihm einfach mehr Obst geben als den abendlichen Gemüsekampf mitzuspielen. Aber zuviel Fruchtzucker soll ja auch nicht gut sein. Seufz. Man hat’s auch nicht leicht!

Vor ein paar Tagen habe ich dann etwas Neues ausgedacht: Weil ich vermute, dass mein Mini-Kaaskop seine eigene Art Trennkost praktiziert (Reis und Nudeln bevorzugt ohne Soße, Käse und Brot separat), habe ich statt des Ikea-Tellers (gibt es Eltern, die nicht die Kalas-Serie im Haus haben?) das Kindertablett mit den Fächern hervorgeholt und alles schön getrennt serviert.

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Eigentlich hatte ich ein fast mit dem Vorher-Foto identisches Nachher-Foto erwartet, aber das lief dank eines neu entdeckten Tricks etwas anders: Nachdem B. wild den Kopf geschüttelt und „wil niet!“ gerufen hatte, obwohl er voller Vorfreude sein Tablett zum Tisch getragen hatte, aß er doch ein paar kahle Nudeln. Als ich ihn aufforderte, doch die Gabel oder den Löffel zu benutzen, nahm er die Gabel und piekste das einsame Stück Zucchini auf, das unbeabsichtigt zwischen die Nudeln geraten war. Ich freute mich schon, aber leider zu früh. Er legte es nur ins „richtige“ Fach. *augenroll* Kurz danach freute ich mich zum zweiten Mal zu früh: B. entdeckte den Elefanten unter den Nudeln und rief freudig: „Fant! Törlö!“ (Das „r“ ist noch etwas schwierig.) Ich sag also zu ihm: „Ja, toll, was! Iss mal noch ein paar Nudeln, dann siehst du noch mehr Elefant.“ Aber da schüttelte er den Kopf und sagte ein wenig traurig: „Wil niet törlö…wil niet…“ Mist.

Aber dann hatte ich die zündende Idee! Ich piekste etwas von seinem Essen auf meine Gabel und fragte: „Soll Mama das dann essen?“ Als ich die Gabel schon fast im Mund hatte, rief er: „Mei Happ! Mei!“ Und ließ sich füttern. Und spuckte die Zucchini nicht wieder aus! Hurra! So habe ich noch ein paar weitere Häppchen Gemüse und Nudeln in den Kinderbauch bugsieren können und auch beim Nachtisch klappte es super, er übernahm den Löffel und aß das Schälchen leer. Dass er beim Nachtisch sein ewiges „wil niet“ nicht ernst meint, war mir sowieso klar, denn er liebt seinen Naturjoghurt mit Obst. Machtspielchen, also doch! Am nächsten Tag funktionierte der Trick wieder, haha! Dieser Punkt geht vorläufig an Mama.

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